BGH-Urteil zu Sondertilgungsrecht für Darlehensnehmer

von SweetHome GmbH (Kommentare: 0)

Mit dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofs zum Thema Vorfälligkeitsentschädigung, werden Darlehensnehmer vor übermäßig hohen Strafzahlungen an Ihre Bank geschützt.

Erklärung:

Zum Kauf einer Wohnung oder beim Bau des eigenen Hauses, nimmt man als Erwerber oft ein Darlehen  von der Bank auf, um die Unternehmung zu finanzieren. Auf die Darlehenssumme bezieht die Bank Zinsen. Zahlt man als Kunde nun das Darlehen schneller zurück als vereinbart, entgehen der Bank die vereinbarten Zinseinnahmen. Der Kunde muss der Bank in solchen Fällen eine Entschädigung für diese entgangenen Zinsen –eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.

Jedoch erhält man als Darlehensnehmer oft ein so genanntes Sondertilgungsrecht, was einem erlaubt, jährlich bestimmte Beträge über den vereinbarten Raten zu zahlen, um die Tilgung des Kredits zu beschleunigen. Da das Darlehen so schneller abgezahlt wird, verkürzt sich auch der Zeitraum, für den die Bank Zinsen verlangen kann. Das muss, laut dem BGH jedoch bei der Berechnung der Zinsentschädigung berücksichtigt werden, weil die Bank sich sonst (zum klaren Nachteil der Kunden) „unnötig bereichern“ würde-also höhere Beträge einstreichen würde als Ihr eigentlich zustehe.

Der BGH bestätigte somit das erste Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg, welches die Vorfälligkeitsberechnung der Sparkasse  in der Vorinstanz als unzulässige Bereicherung sah.

Quellen: www.mdr.de, www.tagesschau.de , Aktenzeichen: XI ZR 103/15

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