Abrissverfügung

Eine Abrissverfügung kann seitens der Bauaufsichtsbehörde erlassen werden, wenn das Haus (oder auch nur ein Anbau an das Haus) unrechtmäßig gebaut wurde. Eine Abrissverfügung kann jedoch nur erteilt werden, wenn für das Haus oder den Anbau keine Baugenehmigung vorliegt. Allerdings gilt hier: Die Abrissverfügung muss die Verhältnismäßigkeit wahren. Für den Laien bedeutet das, dass der Schaden, der für den Betroffenen entsteht, in einem Verhältnis zu dem öffentlichen Interesse eines Abrisses stehen muss.

Ein Beispiel: Wenn der Grenzabstand nicht korrekt eingehalten wurde und die Außenwand rund 10 Zentimeter den zulässigen Grenzabstand überschreitet. So wäre dass Rückversetzen der Außenwand voraussichtlich mit einem so hohen Kostenaufwand verbunden, dass der Aufwand unverhältnismäßig wäre. Wer jedoch ein Haus ganz ohne Baugenehmigung errichtet, der muss damit rechnen, dass er dieses auf eigenes Risiko baut und die Behörden jederzeit den Abriss fordern können, auch dann wenn der finanzielle Schaden hoch ist. Hat jedoch die Behörde über Jahre hinweg nichts unternommen, so gilt das unrechtmäßig errichtete Haus als von den Behörden akzeptiert, auch wenn zum Zeitpunkt des Baus keine Baugenehmigung vorlag.

Zuletzt aktualisiert am 26.11.2015 von SweetHome GmbH.

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